Sensibilsierung und Umgang mit Betroffenen von ME/CFS

ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die mit extremer Erschöpfung, Reizüberempfindlichkeit und massiven Belastungsgrenzen einhergeht. Bereits geringe Anstrengung kann zu sogenannten „Crashs“ führen (Post-Exertionelle Malaise).

Gleichzeitig steigt die Zahl der Betroffenen — unter anderem durch Long-Covid.
Für Mitarbeitende in Betreuung, Pflege, Assistenz oder Transport entstehen dadurch neue Anforderungen im Alltag.

Menschen verstehen. Belastung vermeiden. Unterstützung verbessern.

Dieses Training vermittelt praxisnahes Wissen und konkrete Handlungskompetenz für einen respektvollen und entlastenden Umgang mit Menschen mit ME/CFS.

Informationen und Anmeldung

 

DatumDonnerstag, 11. Juni 2026
Zeit10:00 – 16:00 Uhr
Ort
Österreichisches Rotes Kreuz
Landesverband NÖ
 
Neusiedler Straße 20
2340 Mödling
zum Routenplaner
Kosten

Ein Unkostenbeitrag von 20 € für die Verpflegung wird vor Ort in bar eingehoben

 

Der RC Mödling unterstützt ME/CFS -Betroffene, -Aufklärung, -Weiterbildung und -Forschung seit September 2024 mit rund 60.000.- €

Die Plätze sind begrenzt.

Bei offenen Fragen senden Sie bitte eine E-Mail an: office@inclusion24.com.

Warum ME/CFS Sensibilisierung wichtig ist

Viele Unterstützungsangebote sind gut gemeint — führen jedoch unbeabsichtigt zu Überforderung oder gesundheitlicher Verschlechterung.

In diesem Workshop lernen Teilnehmende:

  • typische Symptome und Belastungsgrenzen zu erkennen
  • Überforderung und Crashs aktiv zu vermeiden
  • Unterstützung so zu gestalten, dass Energiemanagement („Pacing“) möglich wird
  • Kommunikation und Verhalten entlastend anzupassen
  • ein sicheres und reizarmes Umfeld zu schaffen

Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität Betroffener sowie mehr Sicherheit im professionellen Handeln.

Sensibilisierung für ME/CFS - Infos zum Training

Der Workshop ist als interaktiver Stationsbetrieb aufgebaut. In Kleingruppen werden zentrale Aspekte praxisnah erarbeitet:

Selbsterfahrung

Annäherung an Belastungsdimensionen wie Reizsensitivität, Überforderung und Erschöpfung.

Umgang im Alltag

Konkrete Do’s & Don’ts in Betreuung, Transport und Kommunikation.

Pacing & Energiemanagement

Planung von Aktivitäten unter Berücksichtigung begrenzter Energieressourcen.

Umfeld & Haltung

Perspektiven von Angehörigen sowie Reflexion eigener Erwartungen und Handlungsmuster.

  • Pflegekräfte, pflegenahe Berufe
  • medizinische Berufe, Therapeut:innen
  • Persönliche Assistent:innen
  • Sanitäter:innen, Rettungsdienst
  • Fahrdienstmitarbeitende, Krankentransporte
  • Mitarbeitende sozialer Einrichtungen
  • alle Personen, die Menschen mit ME/CFS begleiten oder unterstützen

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten alle Teilnehmenden ein Zertifikat.

Vor Ort wird ein Unkostenbeitrag von 20 € in bar eingehoben.

Das Programm

09:30 – 10:00Ankommen und Registrierung
10:00 – 11:00Alltag mit ME/CFS – Betroffene berichten
Medizinische Einordnung von ME/CFS
11:00 – 13:00Interaktiver Stationenbetrieb
13:00 – 13:30Mittagspause
13:30 – 15:30Stationenbetrieb
15:30 – 16:00Abschluss und Zusammenfassung im Plenum

Die Stationen

Junge Frau hält einen leeren goldenen Bilderrahmen vor ihr Gesicht und blickt frontal in die Kamera vor schwarzem Hintergrund.
Eine Person stützt und begleitet eine ältere Person mit Rollator, Hand liegt unterstützend am Arm.
Vordergrund: zwei Personen halten sich an den Händen; Hintergrund: eine Person mit gesenktem Kopf stützt die Stirn mit der Hand.
Nahaufnahme zweier ineinander verschränkter Hände vor dunklem Hintergrund; eine Hand umschließt die andere fest.

Selbsterfahrung: Annäherung an das Erleben von ME/CFS

Diese Station ermöglicht eine behutsame Annäherung an ausgewählte Belastungsdimensionen von ME/CFS. Durch angeleitete Erfahrungen entsteht eine erste Vorstellung davon, wie sich Überforderung, Reizsensitivität und Erschöpfung anfühlen können, ohne den Anspruch, die Erkrankung selbst nachvollziehen zu können.

Umgang mit Menschen mit ME/CFS (Betreuung, Transport, Kommunikation)

Im Mittelpunkt stehen konkrete Situationen aus Betreuung und Transport sowie zentrale Do’s & Don’ts im Umgang und in der Kommunikation. Die Station zeigt, wie unterstützendes Handeln und eine entlastende Sprache aussehen können und welche Verhaltensweisen Betroffene zusätzlich belasten.

Planung: Pacing, Energiemanagement

Diese Station vertieft das Verständnis von Energie als begrenzter Ressource bei ME/CFS. Anhand realer Abläufe wird erarbeitet, wie vorausschauende Planung, Pausen und Zeitmanagement Überlastung und Verschlechterungen vorbeugen können.

Umfeld und Haltung

Ausgehend von Beispielen aus der Perspektive von Angehörigen und anderen nahestehenden Personen wird sichtbar, welche Herausforderungen ME/CFS für das Umfeld mit sich bringt. Diese Einblicke regen dazu an, die eigene Haltung zur Erkrankung zu reflektieren und den Umgang mit Erwartungen, Unsicherheit und Belastung bewusst zu gestalten.

Mehrwert über die Schulung hinaus

Dieses Training vermittelt nicht nur fundiertes Wissen über ME/CFS, sondern stärkt nachhaltig die Handlungssicherheit im beruflichen Alltag. Teilnehmende lernen, Überforderung frühzeitig zu erkennen und Unterstützungsleistungen so anzupassen, dass gesundheitliche Verschlechterungen möglichst vermieden werden.

Ein vertieftes Verständnis der Erkrankung ermöglicht eine respektvolle, entlastende und situationsangemessene Kommunikation sowie eine professionelle Gestaltung von Betreuung und Transport. Gleichzeitig tragen angepasste Abläufe, Rücksicht auf Reizsensitivität und strukturiertes Energiemanagement zu stabileren Betreuungssituationen, weniger Unsicherheit im Team und einer höheren Qualität von Dienstleistungen bei.

Durch den Erwerb spezialisierter Kompetenzen zu einer zunehmend relevanten Erkrankung können Teilnehmende ihr Wissen aktiv in Organisationen einbringen und damit einen konkreten Beitrag zu mehr Teilhabe, Stabilität und Lebensqualität von Menschen mit ME/CFS leisten.